
Die „Vorführwand" in der Sanierstube mit der dahinter liegenden Bewässerung aus einem Kupferrohr. Foto: Christine Kluge
Dass man einen einfachen Unterstand für Fahrzeuge auch gewinnbringend nutzen kann, zeigt die Firma Hebig Bau aus Schalksmühle im märkischen Sauerland. Der Frost zum Jahreswechsel 2009/2010 machte zwar Außenarbeiten unmöglich, setzte bei Maurermeister und Hochbautechniker Martin Hebig aber kreative Kräfte frei: Er parkte seinen Anhänger an anderer Stelle und mauerte den bis dato offenen Wagenschuppen zu. In dem entstandenen Raum richtete er eine Ausstellung ein, die die vielfältigen Möglichkeiten der Gebäudesanierung zeigt. Sein Spezialgebiet: Schimmelsanierung.
Martin Hebig brachte den Teil einer Wand bewusst zum Schimmeln – ein (natürlich wenig willkommenes) Problem, mit dem viele Hausbesitzer zu kämpfen haben. Gleich gegenüber stellt er seine Lösung vor: Eine Ziegelwand, die ein Bassin im Raum abteilt und die von der einen Seite munter aus einem Kupferrohr plätschernd dauerhaft bewässert wird. Dass die Wand auf der isolierten Seite trocken ist, kann der Besucher selbst fühlen. Und er kann auch gleich noch den Aufbau der einzelnen Dichtschritte sehen. Neben diesem Highlight stellt Hebig noch weitere Handwerkstechniken vor: Dachstuhlisolierung, die Dämmung von Fachwerkwänden und den Lehmputz. Doch wie sollte der Ausstellungsraum heißen und wie ihn vermarkten?
Die engagierte Ehefrau Bianca Hebig, die sich die Unterstützung des noch jungen Betriebes in kaufmännischen Fragen auf die Fahnen geschrieben hat, wandte sich an die Marketingberatung der Zukunftsinitiative. Weder „Ausstellungsraum“ noch „Showroom“ gefielen ihr, vielleicht irgendwas mit Schimmel? Kurz und prägnant sollte der Name sein, aber auch nicht abschreckend. Ein Marketinggespräch vor Ort brachte Bianca Hebig neue Vorschläge: Sanierstube, Saniersalon, Dämmstube, Dämmsalon. Die Hebigs wählten den Begriff „Sanierstube“. Sie wurde umgehend mit Bildern und erläuternden Texten auf die Homepage gesetzt. Zudem fand sie Einzug in den Werbespot des Bauunternehmens im Lokalradio. Angeregt durch Bianca Hebig, dass etwas für Schalksmühle ganz Neues entstanden war, interessierte sich auch die Lokalpresse für die „Sanierstube“ und berichtete in Wort und Bild. „Bisher ist jeder Besuch ein Auftrag geworden“, freut sich Martin Hebig über den Erfolg.




