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Westdeutscher Handwerkskammertag
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Tischlerei Vennemann: Stete Erinnerung an technische Hilfsmittel

Wer Möbel, Treppen, Fenster, Türen und ähnliches anfertigt und einbaut, muss kräftig zupacken können. Nur gesunde und fitte Mitarbeiter sind dazu aber auf Dauer in der Lage. Unternehmer, die ihr Team an sich binden wollen, tun also gut daran, sich auch um das Wohlergehen der Belegschaft zu kümmern – so wie Frank Vennemann, Chef eines traditionsreichen Tischlereibetriebs in Dorsten. Für sein Engagement wurde er 2010 im Wettbewerb „Familie + Gesundheit zählt!“ der Handwerkskammer Münster als einer der Sieger ausgezeichnet.
„Die Mitarbeiter sind unser höchstes Gut. Da müssen wir schon sehen, dass sie fit bleiben“, steht für Vennemann und seine Frau Birgit fest. Diese Einstellung hat für sie damit zu tun, dass die Mitarbeiter zumeist schon sehr lange bei ihnen tätig sind, aber auch mit ihrer Überzeugung, dass nur wer sich wohl fühlt, eine gute Leistung bringt. Wichtige Wohlfühlfaktoren seien dann aber ein enges soziales Miteinander und eine gesunde Arbeitsgestaltung.
Der betriebsinterne Kontakt und Austausch wird durch die tägliche gemeinsame Frühstückspause und durch wöchentliche kurze Teambesprechungen aufrechterhalten. Dabei geht es ganz locker um die Auftragslage und um Kundenreaktionen, hin und wieder auch einmal um private Probleme. Angesprochen werden jedoch ebenso die Möglichkeiten, sich einzelne Arbeitsschritte zum Beispiel durch technische Hilfsmittel zu erleichtern. Tragewesten oder Kräne für schwere Einzelstücke, etwa Isolierglasfenster, sind im Betrieb vorhanden. Im „Eifer des Gefechts“ wird ab und an allerdings vergessen, auf sie auch tatsächlich zurückzugreifen. Welche Folgen das möglicherweise haben kann, veranschaulicht das Beispiel eines älteren Mitarbeiters, der zum zweiten Mal einen Bandscheibenvorfall erlitten hatte und deswegen viele Monate ausgefallen war. Da er entgegen dem ärztlichen Rat unbedingt wieder als Tischler arbeiten möchte, hat Frank Vennemann viel unternommen, um ihn schrittweise wieder in den Beruf einzugliedern. Unter anderem in diesem Punkt war auch die Unterstützung von Demografieberaterin Ina Steinfurth von der Handwerkskammer Münster gefragt.
Als Ergänzung haben die selbst sportlich engagierten Firmenchefs mit der Berufsgenossenschaft ein Gesundheitsprogramm umgesetzt, zu dem ein Anti-Stress-Kursus zählte. Anlass waren damals zwei kleinere Autounfälle von Mitarbeitern, bei denen Stress eine Rolle gespielt hat. Zudem ermöglichen die Vennemanns ihrem Team den Besuch eines Fitnessstudios und einer Rückenschule. Auch wird nach Möglichkeit bei der innerbetrieblichen Terminplanung auf Sporttermine der Mitarbeiter Rücksicht genommen.