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Westdeutscher Handwerkskammertag
Unternehmerverband Handwerk NRW (LFH) 
Landesvereinigung der Fachverbände des Handwerks Landesregierung Nordrhein-Westfalen Das Handwerk





LAND NRW

Am 1. August kommt unser erster Lehrling. Wie muss ich mich vorbereiten, damit für alle der Start gut klappt?

Es ist schön, dass auch Sie sich entschlossen haben, einem jungen Menschen eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Sie übernehmen damit einiges an Verantwortung, sie sichern aber zugleich ihre eigene Zukunft. Und Spaß und Anregungen kann der neue Mitarbeiter schließlich auch bringen.
Da Sie neu in das Thema „eingestiegen" sind, ist es verständlich, dass Sie noch etwas unsicher sind. Machen Sie Ihrem neuen Mitarbeiter von Anfang an klar, dass Sie sich auf ihn freuen, und zeigen Sie ihm, dass Sie sich eingehend mit ihm befassen werden. Die ersten Tage sind hier besonders wichtig und prägen den Eindruck des jungen Menschen von der Berufswelt für lange Zeit. Folgende Punkte sollten Sie sich vor Augen führen: Ihr Azubi weiß noch nicht, wen er zu unterschiedlichen Anliegen ansprechen und befragen kann; er weiß noch nicht, wer wofür zuständig ist; er kennt seine neuen Kollegen nicht; er kennt die (Spiel-)Regeln des Unternehmens ebenso wenig wie die Anforderungen, die an es gestellt werden; er kennt seine neue Rolle noch nicht und die Erwartungen, die an sie geknüpft sind; er weiß nicht, ob seine Fähigkeiten, seine Kompetenzen ausreichend sind; er weiß nicht, wo er was finden kann. All dies (und manches mehr) sollten Sie Ihrem Lehrling möglichst in den ersten Tagen erklären. Er soll sich möglichst rasch und gut in der neuen Umgebung zurechtfinden und sich am neuen Arbeitsplatz wohl fühlen. In den ersten Tagen geht es nicht zuletzt darum, ihn möglichst oft mitarbeiten zu lassen. Fragen Sie ihn deshalb stets, was er sich bereits zutraut.
Sie können die Unsicherheit des Azubis dadurch reduzieren, dass Sie zu Beginn der Ausbildung einen individuellen Ausbildungsplan erarbeiten, den Sie mit dem Lehrling durchgehen. Der Plan sollte sich am Ausbildungsrahmenplan des Berufsbildes orientieren.
Vor Beginn der Ausbildung müssen die Arbeitsplätze, an denen ausgebildet werden soll, ausgewählt werden. Folgende Fragen sollten dabei beantwortet werden: In welchen Betriebsbereichen kommen die durch die Ausbildungsordnungen vorgegebenen und im betrieblichen Ausbildungsplan enthaltenen Inhalte vor? An welchen Arbeitsplätzen lassen sich die Fertigkeiten und Kenntnisse am besten vermitteln? Wie kann ein lernförderndes Umfeld sichergestellt werden? Sind genügend geeignete Ausbildungskräfte verfügbar? Sind die Arbeitsplätze entsprechend ausgestattet?
Auf der anderen Seite geht dieser neue Mitarbeiter aber mit sehr wachen Sinnen und viel Neugier durch Ihr Unternehmen. Nutzen Sie dies aus, idem Sie ihn auffordern, quasi alles in Frage zu stellen und Ihnen seine Beobachtungen mitzuteilen. Ob es um die Betriebsorganisation, die Außendarstellung, den Kundenkontakt oder einzelne Arbeitsabläufe geht - sehr oft ist die Stammmannschaft auf sehr eingefahrenen Gleisen „unterwegs", die nicht immer die besten sind. Der Blick von außen, den Ihr Lehrling noch mitbringt, kann da ein wichtiges Korrektiv sein und Ihnen manchen guten Tipp liefern. Prüfen Sie sie gewissenhaft und geben Sie ihrem neuen Mitarbeiter eine Rückmeldung, was Sie davon halten. Er gibt Ihnen damit nicht zuletzt zu erkennen, dass er sich für seine neue Arbeitsstelle interessiert und engagiert.
Grundsätzlich sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass die junge Frau/der junge Mann aus einem recht geschützten Bereich mit geregelten Abläufen kommt. Gemeint ist damit die Schule, die er immerhin über neun oder mehr Jahre hinweg absolviert hat. Die Umstellung auf den Alltag in einem Betrieb, in dem viele neue Anforderungen an sie/ihn gestellt werden und in dem sich ständig „etwas Neues tut", fällt da dem einen oder anderen zunächst nicht ganz leicht. 

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