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Westdeutscher Handwerkskammertag
Unternehmerverband Handwerk NRW (LFH) 
Landesvereinigung der Fachverbände des Handwerks Landesregierung Nordrhein-Westfalen Das Handwerk





LAND NRW

Mein Metallbetreib läuft so gut, dass ich neue Mitarbeiter einstellen muss. Was muss ich bei den Vorstellungsgesprächen beachten, um den besten Bewerber herauszufinden?  

Ziel eines solchen Gespräches ist ja, dass sich beide Seiten möglichst schnell umfassend kennen lernen und einschätzen können. Sie als Arbeitgeber müssen sich konkret einen Eindruck von der Persönlichkeit des Bewerbers verschaffen und davon, ob er in Ihren Betrieb „passt“. Nicht zuletzt müssen Sie den Kenntnisstand und die Leistungsbereitschaft klären.

Im Vorfeld ist es wichtig, dass Sie eine angenehme, ungestörte Gesprächsatmosphäre schaffen und dafür Sorge tragen, dass es keine Unterbrechungen von außen gibt. Diese würden einerseits den Gedankenfluss beider Gesprächspartner stören und andererseits dem Bewerber Zeit geben, seine Antworten gut zu überlegen. Der echte Eindruck leidet darunter. Überlegen Sie sich vorher genau, was Sie auf jeden Fall fragen und anhand Ihres Anforderungsprofils bewerten wollen. Nur mit einer festen Struktur für die Unterhaltung können Sie im Anschluss die Bewerber objektiv vergleichen. Machen Sie sich während des Gesprächs Notizen, verlassen Sie sich also nicht alleine auf Ihr Gedächtnis.

Freundlichkeit, eine positive Grundstimmung und Einfühlungsvermögen gehören zu den wichtigsten Eigenschaften, um das Gespräch für beide Seiten angenehm und produktiv werden zu lassen. Sprechen Sie ruhig und deutlich. Halten Sie Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber. Lassen Sie ihn andererseits ausreden und unterstützen Sie seine Auskunftsbereitschaft durch aktives Zuhören, beispielsweise durch zustimmendes Kopfnicken oder bestätigende Kommentare. Insgesamt sollte der Bewerber deutlich mehr Redezeit haben als Sie.

Nach etwas Small-Talk zum Kennenlernen und zur Auflockerung sollten Sie die für Sie wichtigen Fragen stellen: Gründe für die Bewerbung, Vorstellungen von der zu vergebenden Position, bisheriges Leben, berufliche Erfahrungen und Erfolge, Stärken und Schwächen, Verhalten in beruflichen Alltagssituationen wie Stress, Terminenge, Überstunden, Verdienstvorstellungen, Weiterbildungsbereitschaft, berufliche und private Planungen für die nächsten Jahre, Interessen und Hobbys, Motivations- und Frustrationsanlässe.  Bevorzugen Sie offene Fragen, die nicht nur mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten sind, sondern den Bewerber zu Erläuterungen anregen. Skepsis ist angebracht, wenn seine Aussagen und sein Verhalten Ihnen einstudiert vorkommen, wenn trotz Ihrer Nachfragen Lücken im Lebenslauf bleiben oder wenn Ihr Gegenüber allzu „allergisch“ auf einzelne Fragen reagiert.

Nach der freundlichen Verabschiedung des Bewerbers sollten Sie Ihre Notizen vervollständigen. Auf dieser Basis können Sie dann die Auswahl treffen und alle Eingeladenen informieren. Die Ablehnung sollten Sie niemals begründen. Das kränkt die Betreffenden, vor allem können Sie sich damit aber in rechtliche Probleme bringen.

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