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Westdeutscher Handwerkskammertag
Unternehmerverband Handwerk NRW (LFH) 
Landesvereinigung der Fachverbände des Handwerks Landesregierung Nordrhein-Westfalen Das Handwerk





LAND NRW

In der nächsten Zeit werden bei mir mehrere „altgediente“ Fachkräfte ausscheiden. Wie kann mein Betrieb diesen Verlust gut verkraften? 

Das Wissen ist heute einer der wichtigsten Produktionsfaktoren. Wie stark gerade mittelständische Unternehmen auf die Erfahrungen und Kenntnisse einzelner Mitarbeiter angewiesen sind, merkt man dort am ehesten in Situationen, vor denen Sie sich gerade sehen. Jetzt sollte bei Ihnen das ganz oben auf der Tagesordnung stehen, was unter dem Begriff „Wissensmanagement“ zusammengefasst wird: Kompetenzen und Erfahrungswissen müssen untereinander ausgetauscht werden und deswegen allen zur Verfügung stehen. Das geht über regelmäßige Besprechungen, in denen Sie und Ihre Mitarbeiter über die Arbeitsabläufe, die Kunden und ihre Anforderungen, über besondere Problemlösungen oder auch über die Inhalte von Schulungen oder Fachzeitschriften berichten und die entsprechenden Verhaltensweisen trainieren. Gerade Ältere verfügen über ein hohes Organisationswissen, das ihnen hilft, sehr strukturiert und damit effizient zu arbeiten. Das Gleiche erreichen sie oft durch eine vergleichsweise sorgfältige Arbeitsvorbereitung. Und sie wissen, wie man sich aus kniffligen Situationen gut herausmanövriert. All dies muss immer wieder untereinander besprochen, durchdiskutiert und eingeübt werden. Es geht dabei nicht zuletzt auch um den sorgfältigen Umgang mit Material und Werkzeugen. Erklären Sie beispielsweise, dass ein Schaden hier in Höhe von 20 Euro erst wieder ausgeglichen werden kann, wenn ein zusätzlicher Umsatz von 1.000 Euro erwirtschaftet wird (bei einer ja realistischen Umsatzrendite von zwei Prozent). Oder dass eine Stunde Fahrzeit, weil ein Teil vergessen wurde, nicht nur den Stundenlohn „kostet“, sondern dass dafür der Stundenverrechnungssatz anfällt (die Deckungsbeiträge über verkauftes beziehungsweise jetzt eben nicht verkauftes/eingebautes Material sind noch nicht berücksichtigt).
Ein weiteres erprobtes Mittel, Wissen weiterzugeben, sind altersgemischte Teams: Die Jungen lernen so von den Erfahrungen der Älteren. Diese wiederum werden zum Beispiel auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Zudem können sich die „Kraft“ des Nachwuchses und das „Köpfchen“ der Altgedienten optimal ergänzen.
Woran ebenfalls häufig nicht gedacht wird, sind die Möglichkeiten entsprechender Wissensdatenbanken, von Checklisten oder veranschaulichenden Diagrammen. Auch damit lassen sich die Kenntnisse ausscheidender Mitarbeiter für Ihr Unternehmen sichern.

STICHWORTE
Wissensmanagement, Aeltere Mitarbeiter, Besprechungen, Altersgemischte Teams